Auszeit Januar- März 2020 – Teil 1 Frankreich- Spanien

Am 2. Weihnachtsfeiertag 2019 spät abends geht es los Richtung Frankreich. Wir fahren zumeist auf Maut- Autobahnen, um schnell vorwärts zu kommen, mit kurzem Übernachtungsstop irgendwo auf einem Hypermarché- Parkplatz bei Annecy zu unserem ersten Ziel: Der Wohnmobilstellplatz bei Villeneuve-lès- Maguelone liegt nah dem Ètang de l’Arnel und dem Mittelmeer.

Mit Strom kostet er 12,50€ pro Nacht jetzt in der Nebensasion. Hier bleiben wir drei Tage, um uns zu aklimatisieren. Wir genießen das wärmere Wetter und die schöne Landschaft am Ètang. Es gibt Flamingos, die im seichten Wasser nach Nahrung suchen und viele andere Wasservögel. Und wir treffen Carola und Anja, die hier ihren Weihnachtsurlaub verbringen.

Nächster Stop ist bei Gruissan, wo wir auf einer Anhöhe im Wald einen ruhigen Schlafplatz haben.


Bevor wir am nächsten Tag weiterfahren, machen wir eine wunderschöne Wanderung am Ètang entlang.

In Argelès-sur-Mer sieht Tinka das erste Mal in ihrem Leben Strand und Meer, und sie ist begeistert!

Für Silvester suchen wir abseits einen Platz  oberhalb von Collioure, um dem Feuerwerk zu entgehen.


Zwar ist privates Abfeuern von Feuerwerkskörpern in Frankreich nicht erlaubt, aber dafür bieten manche Städte ein öffentliches Spektakel an. Das wollen wir unserem jungen Hund nicht zumuten. Wir genießen einen ruhigen Silvester- Abend bei Raclette und Panaché.

Und schon sind wir in Spanien. Im hübschen, gepflegten Ort Peralada gibt es einen Wohnmobil- Stellplatz, auf dem man gratis stehen kann. Wir verbringen hier zwei Nächte.

Es gibt ausgewiesene Wander- und Radstrecken, die wir teilweise erkunden. Wir tauschen im Nachbarort unsere mitgebrachte, leere spanische Gasflasche gegen eine volle. Gas benötigen wir zum Kochen und vor Allem zum Heizen. Und die Heizung benötigen wir täglich, da es noch recht frisch ist und nachts meist nur um die 5°C hat, manchmal sogar nur um den Gefrierpunkt.

Vilanova de Sau liegt auf etwa 600 Meter Höhe. Hier verbringen wir drei Tage auf dem kostenlosen Wohnmobilstellplatz, der sogar Strom hat.


Es gibt ausgewiesene Wanderstrecken, die sehr schön sind. Teilweise entlang des Stausees Pantà de Sau, teilweise in den Höhen des Sandsteingebirges der Guilleries. Wir sind schwer begeistert!

Alcalà de Xivert hat einen neuen Campingplatz – Camping Los Olives, der mit momentan noch 12 € inklusiv Strom, wenn man die ACSI- Karte hat, sehr günstig ist. Den steuern wir an und bleiben drei Nächte. Der Campinplatz ist schön, aber drumrum liegt überall Unrat, vor allem Hundekot, obwohl die Gemeinde Tütenspender aufgestellt hat. Schade… Große Wäsche steht an, Tommy muss dringend die Schiebetür neu einstellen, die nicht mehr richtig schliesst, und Vorräte aufstocken ist auch mal wieder angesagt. Ausserdem üben wir mit Tinka das Fahren im Radanhänger, das sie leider immer noch hasst und machen eine schöne Wanderung zur Burgruine Castell de Xivert.

Nur wenige Kilometer weiter liegt Alcossebre.

Tinka freut sich, dass wir dort  lange Strandspaziergänge unternehmen. Wir schlafen auf einem Parkplatz direkt am Strand – mutterseelenallein und sehr ruhig.

200 km auf der Autobahn A-7 können wir schnell und bequem abspulen. Immer wieder freuen wir uns, wie wenig hier auf der Straße los ist. So erreichen wir entspannt Simat de Valldigna, das neben einem kostenfreien Wohnmobilstellplatz auch ein schönes Kloster zu bieten hat.


Wir besichtigen aber Santa María de la Valldigna nicht, sondern entscheiden uns für eine Wanderung durch Clementinen- und Orangenplantagen zur Ruine Castillo de Marinyén.

Etwa 30 km weiter wartet einer der besten Stellplätze bislang auf uns, am Ortsrand der kleinen Ortschaft Bellús.

Es ist der offizielle und kostenfreie Wohnmobilstellplatz der Gemeine mit ganz viel Platz und viel Grün und tollen, teils ausgewiesenen Wanderstrecken.

Hier halten wir es vier Nächte aus! Tinka kann frei laufen, ohne dass wir Angst haben müssen, dass sie unter die Räder kommt. Es ist alles sehr sauber, so dass wir sie nicht immer im Auge behalten müssen. Wir packen die Räder aus und unternehmen mal wieder eine Radtour mit viel Geheul, als Tinka auf dem Heimweg in den Hänger muß.

Eine tolle ausgewiesene Wandertour führt uns zu der schwarzen Höhle Cova Negra, eine andere, “selbst geplante” um den Stausee Embassament de Bellús.

Eigentlich wollten wir nur kurz eine kleine Runde mit Tinka laufen, daraus wurden dann spontane 23 km um den See mit Flußüberquerungen und kurzer Strecke entlang der Bahnlinie, sonst wären es wohl an die 30 km geworden. Und das Ganze auch noch ohne Verpflegung für uns geschweige Wasser für den Hund. Seither gilt die Devise: Immer Alles für alle Eventualitäten dabei haben!

Vier Tage an einem Ort, zum Hauptstromverbraucher Kühlschrank leichtsinnigerweise beide Akkus der Ebikes gleichzeitig geladen während wir wandern waren und Schwupps warnt die Stromleuchte abends – nur noch 11,2 Volt! Daher nächstes Ziel Castalla – dort gibt es einen städtischen Wohnmobilstellplatz für 3€ inkl. Strom. Unterwegs bei Alcoy fahren wir zum Picknickplatz bei einer kleinen Kapelle und wandern den asphaltierten Weg hoch zum Castillo de Cocentaina, von wo wir eine prima Aussicht geniessen.

In Castalla gefällt es uns eigentlich gar nicht, bzw. es gefällt uns für unseren Hund nicht.

Es gibt in der grünlosen Stadt ein paar kleine ausgewiesene Hunde- Ecken, die aus einem Mülleimer und ein bisschen Sandboden besteht. Wir bezahlen die 3€ in der Touristinfo, bleiben drei, vier Stunden in der Stadt, in denen wir einkaufen und eine Gassirunde raus aus der Stadt unternehmen. Die Burganlage ist wegen Renovierungarbeiten geschlossen, wir umrunden von stadtauswärts den Burgturm, und schon sind wir drin. Um nicht den gleichen Weg raus zu nehmen, umsteigen wir ein geschlossenes Tor. Tinka ist so schmal, dass sie durch die Gitterstäbe passt.

 

 

 

 

 

Kurzentschlossen fahren wir dann doch noch am gleichen Tag weiter und finden an einem schmalen Bergsträschen zwischen Agost und Petrer den Picknick- und Zeltplatz Área Recreativa Rincón Bello.

Wieder ein absoluter Traumplatz! Außer ein paar wenige Wanderer, die da parken, stehen wir die erste Nacht alleine hier, am zweiten Tag gesellt sich nur ein Schweizer mit seinem Camper dazu.

Zunächst suchen wir vergeblich nach Wanderwegen oder einer Übersichtstafel der Gegend. Erst als Tommy mit der Komoot- App eine Wanderung “ins Blaue” plant, finden wir die schönsten Bergtouren. Tinka gefällt es nicht nur am Strand, sondern sie liebt es auch zu wandern. Sie weiß genau, dass es meist nach dem Frühstück gleich losgeht, und jeden Tag fängt sie früher an mit ihrem Gefiepe zum Aufbruch zu drängen!

Totana ist nichts Besonderes müssen wir feststellen. Obwohl – wir haben dem Städtchen auch nicht die Chance gegeben uns zu gefallen.

Anscheinend könnte man hier beispielsweise eine schöne Radtour vom Wohnmobilstellplatz aus machen, auf dem wir für 7€ inkl. Strom stehen, aber stattdessen entscheiden wir nach nur einer Nacht weiterzufahren. Grund dafür ist die Wettervorhersage, die für Murcia Regen, Sturm und Kälte bringt. Schweren Herzens lassen wir die schöne Gegend zwischen Cartagena und Mazzarón sausen und entscheiden Kilometer zu machen und die Sierra Nevada zu überqueren bevor der große Schnee kommt. Aber wir kommen zurück – keine Frage! Wir landen nach 400 km Fahrt mit Regen und Schneezucker im gepflegten Örtchen La Puebla de Cazalla.

Der Wohnmobilstellplatz, der nichts kostet und neben Strom sogar eine wunderbar heisse Dusche aufweist, ist sehr beliebt. Daher stehen wir die erste Nacht davor, bevor wir für die nächsten zwei Nächte hier einen Platz ergattern können. Auch für Tinka ist der Stellplatz prima, denn gleich um die Ecke beginnt eine schöne Gassistrecke entlang eines Baches.

In der Ferne sieht man eine Burgruine, zu der wir wandern. Teilweise finden wir Wege, zum Teil queren wir einfach einen der unzähligen Olivenhaine, um auf möglichst direktem Weg zur Burg zu kommen. Diese heisst Castillo de Luna erfahren wir von einem Schild als wir ankommen.

Das übliche Mittagsmahl – süßes Gebäck für uns, Trockenfutter für Tinka und Clementinen für uns alle – nehmen wir in aller Eile ein, denn es ziehen böse Regenwolken auf. Nach insgesamt 17 km kommen wir trockenen Hauptes wieder zurück.

Der nächste Tag bringt viel, viel Regen. Was mit Hund im Camper, und erst Recht mit einem Hund, der Regen hasst, aber doch auch mal raus muß, nicht so spaßig ist. Wir nutzen das schlechte Wetter, um weiterzufahren und zum Einkaufen. In Sevilla gibt es doch tatsächlich das bekannte schwedische Möbelhaus, das wir ansteuern, um einen zweiten Satz Bettwäsche zu kaufen.

Auch Decathlon statten wir einen Besuch ab, um unsere Outdoorkleidung aufzustocken. Für eine Stadtbesichtigung haben wir keinen Nerv mehr…Zum Übernachten landen wir in Gibraléon, das einen gut besuchten, wahrscheinlich weil kostenlosen Wohnmobilstellplatz hat.

Auf den ersten Blick trostlos, aber auf den zweiten zumindest für die Gassirunde mit Tinka ganz nett, da es einen schönen Weg entlang des Flusses gibt.

Isla Cristina steuern wir an, da es auf dem Weg liegt und der Wohnmobilstellplatz wohl gute Waschmaschinen und Trockner haben soll.

Der Stellplatz kostet 12 € mit Strom, die Waschmaschine und Trockner muß man im Vorraus reservieren, und der Platz ist knallevoll. Hier sitzen wir zwei Tage den Dauerregen aus. Nur schade, dass wir plötzlich keinen SAT- Empfang mehr haben. Tommy befragt das WWW und findet heraus, dass er die SAT- Anlage neu ausrichten und einstellen muß. Außerdem fließt das Abwasser plötzlich nicht mehr ab – da scheint irgendwas verstopft sein. Es gibt auch doofe Tage auf Reisen…

 

Nun freuen wir uns auf besseres Wetter und auf Portugal!

Zum Reisebericht Teil 2 – Portugal