Auszeit Januar- März 2020 – Teil 2 Portugal

Nach ein paar ungemütlichen Regentagen in Spanien, reisen wir am 25. Januar nach Portugal ein. Das Land empfängt uns freundlich mit Sonnenschein und einem weitläufigen Strand in Altura.

Dort stehen wir am Rand der Ortschaft an einem Sportplatz neben zig anderen Wohnmobilen aus Deutschland, Schweden Großbrittanien und den Niederlanden. Tinka spurtet den Strand hoch und runter, und wir geniessen das Leben und die Sonne.

Die Algarve durchqueren wir erst mal im Schnelldurchgang, da Tommy unbedingt ein Motorradtraining bei Portimão anschauen möchte.

Daher steuern wir Figuera an, genauer gesagt einen Stellplatz, der pro Nacht 10 € kostet, aber leider keine Duschen hat.


Von dort fahren wir mit den Rädern zum Autódromo, damit Tommy ein bisschen das Motorradtraining anschauen kann, während Tinka und Rosa draußen warten.

Auf dem Stellplatz lernen wir ein paar nette Camper kennen, unter Anderen ein Paar aus Hamburg, die beide als Freelancer in der Filmbranche tätig sind. Einer der Hunde wurde gebissen, und Herrchen ebenso, als er versuchte, die Hunde auseinander zu bringen. Deshalb sitzen sie nun eine Woche hier fest, da des Herrchens Verband täglich gewechselt werden muss.

Ein anderes Ehepaar ist mit einem riesigen Wohnmobil unterwegs, und dazu noch ein Anhänger mit Auto drauf. So ist jeder anders und hat seine eigenen Vorlieben.

Nach drei Tagen geht es weiter nach Lagos.

Wir parken direkt beim Leuchtturm, um eine traumhaft schöne Küstenwanderung zu machen. Sogar eine Schlange sehen wir!

Abends fahren wir noch an einen Surferstrand an der Westküste, wenige Kilometer nördlich von Sagres entfernt.


Spontan ein schöner Ort, aber extrem viel los und leider viele Hinterlassenschaften der Menschen ohne Klo im Auto. Bei Sonnenuntergang sind die letzten Hartgesottenen noch und bei Sonnenaufgang die ersten Surfer schon wieder im Wasser!

Am nächsten Morgen machen wir von dort aus eine tolle Wanderung zum Leuchtturm am Cabo de São Vicente, den westlichsten Zipfel von Europa.

Zunächst langweilig innlands, dann spektakulär an den Klippen entlang.

 

Abends nach der Wanderung fahren wir die wenigen Kilometer nach Sagres.

Dort an der Festung gibt es üppig Platz zum Frei stehen auf den Parkplätzen. Es ist auch einiges los, viele Wohnmobile, aber genug Platz.

Am frühen Morgen besuchen wir die Festung. Pro Person 3€, Hund gratis und sogar erlaubt, was nicht üblich ist. Außer einigen Anglern sind wir dort alleine. Es gibt ein schneckenförmiges, nach oben offenes Labyrinth mit Öffnungen zum Meer hin, in denen man die tosende Brandung hören kann. Beeindruckend! Und die Angler ziehen einen Fisch nach dem anderen raus.

    

Mittags laufen wir noch an den Hafen und an einen der Strände von Sagres. Wunderschön ist es hier!

 

Nach zwei Nächten in Sagres fahren wir an den Strand Praia do Amado, ein Surferspot mit viel Platz zum Frei Stehen. Ein Traumstrand!

 

Die Schotterstraße entlang der Klippen Richtung Norden ist toll. Es gibt immer wieder Stellen, an denen man auch mit dem Camper hier stehen kann.

Aber wir wollen weiter nach São Teotónio. Da gibt es einen Wohnmobil- Stellplatz, der von einem Deutschen betrieben wird, und richtig toll sein soll. Wir müssen dringend mal wieder Wäsche waschen und Ver- und Entsorgen… Unterwegs halten wir am Praia do Bordeira und machen einen langen Spaziergang.

 

In Aljezur machen wir Halt, um in der Markthalle Gemüse, Obst und Fisch zu kaufen.

Von São Teotonio aus machen wir eine kleine Radtour zu einem wunderschönen kleinen Strand namens Praia do Carvahal.

       

Unser nächster Übernachtungsplatz, nur wenige Kilometer weiter und ein echtes Highlight ist Cabo Sardão.

Hier stehen wir direkt an den Klippen mit Sicht zu einem der vielen Storchen-Nestern in den Klippen. Das ist sehr spektakulär!

Die Nacht am Cabo Sardão ist himmlisch ruhig, nur die Brandung ist zu hören. Immer wieder kommen Wanderer mit schweren Rucksäcken vorbei. Es gibt einen Fernwanderweg, der die Küste hochführt. Ein junges Pärchen aus Freiburg wandert auch vorbei und spricht uns an. Die zwei freuen sich sehr über das eisgekühltes Radler, das wir ihnen anbieten.
Nachmittags zieht dicker Nebel auf, und wir entscheiden spontan weiterzufahren. Zuerst nur 10km weiter an den Praia do Almograve.

Aber auch da ist es neblig und ungemütlich, also weiter…

Am Praia das Furnas finden wir einen prima Übernachtungsplatz.

Wichtig ist ja auch immer, dass es für Tinka passt Und hier kann sie wieder frei rumspringen…
Der Parkplatz ist hinter einer kleinen Düne, daher sieht man das Meer nicht. Aber es ist ein prima, weitläufiger Strand.
Da es so ruhig und schön hier ist, verlängern wir um einen Tag und laufen nach Villa de Nova Milfontes. Das liegt gegenüber der Lagune und normalerweise gibt es eine Personenfähre. Die fährt heute tatsächlich das erste Mal in dieser Saison. Zum Glück, den wir alle drei haben keine Lust mehr auf den gleichen Rückweg per Pedes…

Nächstes Ziel ist das Städtchen Odemira, aber das gefällt uns irgendwie nicht so besonders. Auf den ersten Blick ganz nett und gut für den Einkauf und Ver- und Entsorgung am Intermarché. Der Parkplatz am Fluss sieht toll aus, aber die Wege am Fluss entlang sind nur gut für ne kleine Pipirunde mit Tinka, aber nicht mehr.

Also fahren wir spontan weiter zum Stausee Barragem de Santa Clara.

Hier machen wir nach einer wunderbar ruhigen Nacht eine tolle Wanderung mit Halt auf halbem Weg in Santa-Clara-a-Velha, einem sehr hübschen kleinen Dorf. Im Gepäck unsere Duschsachen, da die Gemeinde hier eine öffentliche Dusche hat, in der man sich für 50 Cent pro Person frisch machen kann. Die Toiletten und Duschen sind ziemlich neu und in einem hervorragenden und super sauberen Zustand. Eine Wohltat!

Da die Sonne sich nicht so üppig zeigt und auch die nächsten Tage bewölkt sein sollen, brechen wir nach zwei Nächten am schönen Stausee auf und fahren weiter nach São Marcos da Serra.

Dort wurde erst vor einer Woche der kommunale kostenlose Wohnmobilstellplatz eröffnet. Am Ortstand gelegen ohne Verkehr wieder ideal für Tinka.
Auch hier bleiben wir zwei Tage. Ein Tag Wandern, am nächsten eine Radtour, beide Touren etwas eigenwillig, mal mit Flussüberquerung, mal mit vielen Schiebepassagen, da extrem steil.

    

Ein Mann auf seinem Moped hält uns an und will wissen, ob das unser Hund im Anhänger ist. Und ob da nur ein Hund oder mehrere drin sind. Irgendwie scheint er zu denken, wir würden hier die freilaufenden Hunde, die aber alle jemandem gehören, mit unserem Radanhänger einsammeln. Wir können ihn überzeugen, dass wir nur einen Hund da haben und der uns gehört.

Nächstes Ziel ist nur etwa 20 km weiter – ebenfalls ein kostenloser Stellplatz in dem kleinen hübschen Dorf Alferce.

Irgendwie verpassen wir es, vorher unsere Vorräte aufzufüllen. Es gibt zwei Mini Mercados, die jeweils von sehr alten Opis betrieben werden. Und es gibt nur wenig Frisches. Tomaten, Kiwi, Bananen und eine Zuchini können wir ergattern. Aber für solche Fälle haben wir immer ein Glas Pesto in Reserve… Auf der Wanderung bekommen wir schon wieder nasse Füße! Ab jetzt ist immer ein kleines Handtuch im Rucksack dabei.

  

Nächstes Ziel ist Fóia, die höchste Erhebung der Algarve. Dieses Mal denken wir an den Einkauf, den wir in dem netten Städtchen Monchique erledigen.

Die Straße in die Berge wird von zahlreichen Restaurants mit Aussicht- Terrassen gesäumt. Recht weit oben ist ein kleiner Parkplatz an einer Quelle, an dem Einheimische mit Bergen von 5 Liter Kanistern Schlange stehen, um Wasser abzufüllen.

Hier lassen wir unseren Camper erst mal stehen und brechen zu einer Wanderung auf. Die ist prima mit freilaufenden Kühen und toller Sicht ins Tal und bis zum Meer.

Ein Mädchen, das uns begegnet, schwärmt uns von einem Wasserfall vor, den wir uns unbedingt anschauen sollen. Ein dänisches Ehepaar dagegen sagt, die 3 Kilometer Umweg lohnen sich ganz und gar nicht. Natürlich müssen wir uns ein eigenes Bild machen. Also spektakulär ist was anderes… aber der Weg ist das Ziel.

Am nächsten Tag in den Bergen von Monchique fahren wir auf den Zipfel des Berges. Dort gibt es Parkplätze, Cafes, ein schöner Laden mit Kleinkunst und ein Souvenirshop. Und eine Rundtour zum Wandern, deren Ausgangspunkt wir erst mal suchen müssen. Dabei laufen wir drei versehentlich über eine frisch betonierte Stelle und verewigen uns somit dort. Die Wanderung ist ganz nett, aber schade, dass die ausgewiesene Strecke ein Stück auf der Straße führt.

Die Nacht da oben ist ruhig, aber wir ärgern uns ein bisschen, dass wir nicht abends noch ein Stück Schotterweg gefahren sind, der uns am Morgen ins Auge springt. Hier hätten wir einen traumhaften Platz gehabt.

Wir wollen noch ein Mal an die Westküste und an die schönen Klippen. Zum Glück sind die Entfernungen kurz. In Carrapateira wollen wir nur kurz Brot kaufen und entdecken ein Wanderschild für eine Rundtour, die wir spontan machen. Tinka scharrt sowieso schon mit den Pfoten und fiept…

Die Tour ist schön, und wir haben Aussicht von den Hügeln zu dem Surferstrand Praia do Amado, an dem wir vor ein paar Tagen schon waren. Auch eine Schlange sehen wir!

Wir fahren nun noch mal die Schotterpiste den Klippen entlang zwischen Praia da Bordeira und Praia do Amado, dieses Mal von Norden her und suchen uns ein Plätzchen für die Nacht. Außer einem 4×4, der mitten in der Nacht die Piste entlang rauscht, hören wir nur die Brandung.

   

Ein kurzer Übernachtungsstop führt uns ein zweites Mal nach São Teotonio zu Alwins Wohnmobilstellplatz. Hier dürfen wir zwei Ladungen Wäsche in seiner privaten Waschmaschine waschen, da die vom Stellplatz im Dauereinsatz ist. Und wir bekommen auch noch seinen Staubsauger geliehen. Das war nötig! Mit Hund, auch wenn es ein Kurzhaar ist, wird es doch schnell schmutzelig.

Nächstes Ziel ist Silves.

Da soll es ein Orangenfestival geben. Das hört sich interessant an. Durch Silves fahren wir erst mal durch. Es sieht vielversprechend aus, mit einer Burg, die über der Stadt thront. An der N124, wenige Kilometer außerhalb Silves gibt es einen Wohnmobil- Stellplatz, der ruhig gelegen sein soll. Für 6 € inkl. Strom auch noch richtig günstig. In der Park4Night App sah der Stellplatz richtig toll aus, aber uns gefällt er nicht so. Die viel befahrene Straße ist zwar nicht zu sehen, aber gut zu hören. Es gibt keine Sicht, da im Tal gelegen, alles ist beengt, und außerdem schwirren unbemerkt Stechmücken bei der letzten Gassirunde, die Tinka wegen der Campingplatz- Katze an der Leine bleiben muss, in unseren Camper und bescheren uns eine schlaflose Nacht. Die Radtour nach Silves dagegen ist schön, besonders auf dem Wanderweg, da Tinka dort frei laufen kann. Klar ist, dass wir hier nicht länger verweilen. Silves besuchen wir noch einmal mit dem Camper. Die Burganlage darf mit Hund nicht besichtigt werden, also lassen wir dies aus und streifen so durch die Altstadt. Das Orangenfestival findet in einer Messehalle statt, und Hunde sind  nicht erlaubt. Also erübrigt sich auch hier ein Besuch für uns.

   

Wir entdecken ein schmales Sträschen, das an einer hübsch renovierten Mühle vorbei führt und beschließen endlich mal wieder einen schönen Übernachtungsplatz ohne Hilfe von der Camper- App Park4Night zu finden und werden dafür mit einem Traumplatz belohnt.

Etwas abseits der sowieso kaum befahrenen Straße umgeben von nach Kräutern duftenden Hügeln. Die Freude währt kurz, denn ein Mann kommt und sagt wir stehen auf seinem Land. Tommy entschuldigt sich und fragt vorsichtig, ob wir trotzdem zwei Tage hier stehen bleiben dürfen. No rubbish, no Kaka, and take your dog on the leash war die Antwort. Prima! Dankeschön!

 

Der Platz ist prima, Tinka kann frei rumlaufen, und wir genießen die Ruhe und die gute Aussicht.
Morgens am zweiten Tag kommt der Landbesitzer wieder und vergewissert sich, dass wir heute wirklich abfahren. Wir erzählen ihm, dass wir Rehe gesichtet haben und sogar einen Hirsch mit einem kapitalen Geweih. Er sagt uns, dass es auch Wildschweine gibt, die gefährlich werden können.

Wir fahren nur wenige Kilometer weiter, an den Strand Praia da Marinha, wo es eine wunderschöne Küstenwanderung gibt, die etwa 6 km ein Weg zu einem Leuchtturm führt.

Eigentlich ist für Wohnmobile der Bereich um den Strand herum gesperrt, aber wir sind nicht die Einzigen, die es jetzt in der Nebensaison wagen, dort zu parken. Zumindest zum Übernachten fahren wir nur einen Kilometer weiter, um auf einer hübschen Blümchenwiese außerhalb der Verbotszone zu stehen.

Nach einer ruhigen Nacht können wir Tinka am nächsten Morgen auf der Blümchenwiese springen lassen und können in aller Ruhe frühstücken. Plötzlich kommt sie quiekend angelaufen. Hat sie eine Biene gestochen? Wahrscheinlich schon, denn auf den Blümlein summt es. Bei näherer Inspektion der Gegend sehen wir, dass da Bienenkästen stehen, und an den Pinien hängen Nester der Pinien- Prozessionsspinnerraupen, die sehr gefährlich für Mensch und Hund werden können. Wir sind froh, dass sich sich Tinka nicht ausser Sichtweite begibt und die Pinien etwas entfernt stehen.

30 km weiter befindet sich der Ort Paderne, von wo wir eine schöne, 11 km lange Wanderung machen.

Wir haben vor ein paar Tagen einen Wanderführer der Algarve gekauft und beschließen, einige Touren daraus zu machen. Unterwegs springt uns der ideale Übernachtungsplatz ins Auge. Neben einem verlassenen Haus zwischen alten Olivenbäumen, topfeben und ruhig am Wanderweg gelegen.

 

Den schönen Platz zwischen den Olivenbäumen und neben dem verlassenen Haus wollen wir gar nicht verlassen. Es ist schön, wenn wir Tinka ohne Leine draußen springen lassen können, während wir noch frühstücken. Sie ist ja in einem Bruchteil der Zeit mit ihrem Frühstück fertig. Trotzdem fahren wir weiter. Wir müssen schon wieder Wasser tanken und Abwasser ablassen…

18 km weiter liegt Alte, ein wirklich schönes Dorf, das einen wunderschönen Wasserfall vorzuweisen hat, der in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar ist.

Hätten wir gewusst, dass der Wasserfall in einen wunderbaren natürlichen Pool mündet, und dass wir in dem Moment dort sogar alleine sind, hätten wir unser Badezeug mitgenommen.

In Alte findet heute auch zufällig ein Markt statt, und wir können frisches Obst, Gemüse und Honig erstehen.

Tommy plant eine schöne Wanderung durch Olivenhaine. Wir halten  während wir wandern unsere Augen offen für einen potenziellen Übernachtungsplatz und werden tatsächlich fündig. Ein toller Platz mitten in der Natur.

Das Navi leitet uns am nächsten Tag durch ein verwinkeltes Dorf mit sehr engen Straßen. Ich hätte ja gesagt, dass wir da nicht durchkommen, aber Tommy bleibt ganz ruhig und steuert den Camper um das knifflige Eck. Nur wenige Kilometer weiter liegt unser nächstes Wanderziel Rocha da Pena.

Es ist ein ausgeschilderter Wanderweg, der im Tal beginnt mit Sicht auf die schönen Felsen. Oben vom Felskamm aus haben wir eine wunderbare Fernsicht. Es ist für uns eine der schönsten Wanderungen hier in Portugal!

Wieder kommen wir an einem guten Platz für die Nacht vorbei, den wir dann auch ansteuern.

Die Anzeige des Lade- Boosters blinkt wie wild. Das Handbuch sagt, wir sollen den Netzstecker ziehen und das lila Kabel abklemmen. Lila Kabel ist kein Problem, aber was für ein Netzstecker? Tommy hantiert mit dem Schraubenzieher und verursacht einen Kurzschluss. So ein Mist- genau die 40 A Sicherung, die gerade durchgebrannt ist, haben wir nicht dabei. Eine 20er Sicherung funktioniert vorübergehend wohl auch. Aber wir werfen unsere Wanderpläne für morgen erst mal über Bord und geben die Adresse einer Wohnmobilwerkstatt ins Navi ein. Nach einem frühen Frühstück machen wir uns auf Richtung Werkstatt und halten aber unterwegs die Augen offen. Tommy bezweifelt zwar, das eine normale KFZ- Werkstatt die Sicherung hat, fragt aber trotzdem unterwegs nach. Der weiss, wo wir sie in der Stadt erhalten. Perfekt! So kommen wir doch noch zu unserer geplanten Wanderung! Die startet von Pé do Coelho und ist eine abwechslungsreiche Rundtour von knapp 10 km.

   

Auf der Höhe wird gerade der Zieleinlauf der heutigen Tagesetappe der Algarve Tour aufgebaut. Kurz überlegen wir, ob wir uns das Spektakel anschauen. Aber wir haben die Befürchtung, dass wir von unserem Parkplatz im Ort dann erst mal nicht mehr wegkommen. Lieber fahren wir noch ein Stückchen zu unserem nächsten Wanderziel und suchen uns einen schönen Platz zum Übernachten. Was uns auch mal wieder gelingt!

Morgens holpern wir die Piste wieder hinunter und leider versagt die Kamera oder die Bedienerin, so dass das Video davon nicht aufgenommen wurde. Ein paar Kilometer weiter suchen wir in Vale da Rosa einen Parkplatz, um dort eine schnelle 8 km -Runde zu wandern.

Unterwegs loben wir noch die vorbildliche Beschilderung bis wir bei 7,9 km merken, dass wir noch nicht so bald wieder am Ziel sein können. Die Wander- App hilft uns wieder auf den rechten Weg. Zum Glück sind wir ja seit Neuestem immer für so was gewappnet und haben Verpflegung für uns alle dabei. Es sind dann am Schluss dann doch nur 12 km.

Auf dem Weg zum nächsten Wanderziel morgen biegen wir auf eine Schotterpiste ab und finden wieder einen abgeschiedenen Platz für die Nacht mit Aussicht für uns und Auslauf für Tinka.

Nur wenige Kilometer trennen uns zu unserem Startpunkt der geplanten Wanderung in Revezes.

Vorher steuern wir noch kurz den Stellplatz in Ameixial an, wo wir Schmutzwasser lassen und Frischwasser auffüllen. In der Ortschaft selbst halten wir auch kurz, und finden in einem Café frisches Bäckerbrot. Die Wanderung beginnt vielversprechend mit Flussüberquerung und schöner Landschaft.

Und sie gestaltet sich interessant mit diversen Begegnungen unterwegs. Da ist zunächst der alte Mann, der mit seinen neun großen Hunden eine Rinderherde hütet und uns mit Handschlag begrüßt. Er kramt seine eingerosteten Deutschkenntnisse hervor und erzählt von den zwei Jahren, die er in jungen Jahren im Strassenbau in Frankfurt verbracht hat, und dem ärmeren, aber ruhigeren Leben hier in Portugal. Mit einem herzlichen Händedruck verabschieden wir uns voneinander und winken uns zu, bis wir ausßer Sichtweite sind.

Wir sehen Schweine, begegnen Schafsherden und sind froh, dass Tinka so folgsam ist, sich zurückrufen lässt und nicht den Lämmchen hinterherjagt. Bei einem so jungen Hund, der auch noch ein Deutscher Pinscher ist, weiß man ja nie…

Aber eine Begegnung wird uns lange in Erinnerung bleiben. Rosa tritt fast auf eine Schlange, die sich wohl auf dem Weg gesonnt hat und sich jetzt für einen Angriff wappnet und sich aufstellt! Tommy reagiert schnell, ruft Tinka zurück, die sie wirklich gerne näher untersuchen würde und hält die Schlange mit dem Wanderstock auf dem Boden fest, um ihr dann über den Weg zu helfen. Ein spannendes Erlebnis!

Nach 13,5 km sind wir zurück am Camper und fahren noch kurz zu einem kleinen Schwimmbecken, das von einer Quelle gespeist wird. Wir erfrischen uns alle drei schwimmend im kalten Wasser und finden wieder nur wenige Kilometer nahe dem nächsten Wanderziel erneut einen schönen Freistehplatz. Das ist Reisen wie wir es lieben!

Der folgende Tag entwickelt sich komplett anders als gedacht. Die Sonne will sich nicht zeigen, es weht ein kalter Wind, und die Gasflasche ist leer. Diese ist eine spanische und kann nicht an jeder Ecke befüllt werden. Wir haben zwar ein paar Adressen, aber so nah an Spanien keine. Es wäre ein Rechenbeispiel, ob sich die 90 km Fahrt nach Spanien lohnt. In Spanien kostet der Tausch gegen eine volle 12 €, in Portugal, wie man uns sagte knapp 30 €. Und vielleicht sogar mehr, wenn man die eigene Flasche füllen lässt. Wir fahren nach Spanien nach Isla Cristina, wo sich die für uns nächste Repsol- Tankstelle befindet, um die Gasflasche zu tauschen, füllen außerdem unsere Vorräte im Supermarkt auf, tanken günstig in Spanien, befreien den Camper vom Strassenstaub der Pisten, die wir in letzter Zeit gefahren sind und waschen auch noch Wäsche, als wir zurück in Portugal sind. Zwischendurch bespaßen wir Tinka mit einem langen Strandspaziergang, damit das Tierle heute nicht zu kurz kommt.

Am Strand bei Vila Nova de Cazela stehen schon eine Reihe Wohnmobile trotz Verbotsschild, und wir gesellen uns dazu.

Endlich können wir die Füße hochlegen! Wir machen es uns gerade gemütlich, als es an der Tür klopft. Die GNR, die portugiesische Sicherheitspolizei, räumt den Parkplatz… Von der Herfahrt kenn wir nur 3 km weiter in Altura einen Platz ohne Verbotsschild und finden dort eine Ecke für unseren Camper. Endlich Feierabend!

Nach ungestörter Nacht freut sich Tinka über einen letzten Strandspurt. Wir fahren nach Norden nach Azinhal, um dort zu wandern.

Wir folgen der ausgeschilderten Runde und sind begeistert von der blühenden und abwechslungsreichen Landschaft.

Vom Hügel aus sehen wir auf die Brücke, die sich über den breiten Fluß Guadiana spannt und die Portugal mit Spanien verbindet. Für die Nacht parken wir bei Bentos direkt am Fluss unterhalb eines Picknickplatzes. Wieder ein toller Ort!

Unsere Wanderung am heutigen Tag beginnt wenige Kilometer weiter in Cruz de Alta Mora.

Da wir das Wanderzeichen zu der ausgeschilderten Tour schon vorher an der Straße entdecken, beginnen wir dir Strecke woanders. Heute verlaufen wir uns mal wieder und bemerken es erst nach über einem Kilometer, so dass wir statt den geplanten 11,5 km dann 13,5 km auf der Uhr haben. Nicht schlimm, denn der Weg ist das Ziel…

Wir kehren zum Picknickplatz bei Bentos zurück, um hier erneut die Nacht zu verbringen.

Vom Picknickplatz an der Brücke kommen wir fast nicht los. Es sind nette Camper hier, und auch ein lieber großer Hund, den Tinka mag. Aber die Versorgungslage lässt uns weiterziehen. Es gibt in den kleinen Dörfern keinen Laden. Lebensmittel werden hier per fahrendem Händler gebracht, aber da wir gestern wandern waren, haben wir diesen verpasst. Unsere heutige Wanderung, die ausgeschilderte Tour PR1, ist mit 9 km nicht lang, aber schweißtreibend. Im Sommer würden wir hier nicht wandern wollen.

Unser Start- und Zielpunkt haben wir gut in Guerreiros do Rio gewählt, denn dort kehren wir nach der Tour in der kleinen Snack- Bar ein und lassen uns Thunfischsalat und Schnitzelbrötchen schmecken.

Wir haben ja immer noch keine Einkaufsmöglichkeiten gefunden! Diese gibt es dann in Alcoutim, wo wir auch die Nacht auf einem Parkplatz verbringen.

Ein Stück die Straße zurück, die wir gestern gekommen sind, beginnt unsere heutige Wanderung an einem Aussichtspunkt über dem Grenzfluss Guadiana. Diese ist 13,5 km lang mit schöner Aussicht auf die Hügel und den Fluss. Wir benötigen keine drei Stunden, was ungewöhnlich schnell ist für uns. Das liegt daran, dass wir keine Mittagspause einlegen, und Tinka nicht ständig Wasser benötigt. Heute scheint die Sonne nicht, deswegen sind die Temperaturen nicht so hoch wie die letzten Tage.

Nun haben wir noch einen Monat Zeit zum Reisen bevor Rosa wieder zur Arbeit muss. Schweren Herzens verabschieden wir uns von Portugal und fahren noch am Abend des 29. Februars über die Grenze nach Spanien, wo wir auf einem Picknickplatz im Wald die Nacht verbringen.

Zeit für ein kleines Resümee dieser Reise…

Uns gefiel es wirklich gut in Portugal an der Algarve! Es gibt so viele Möglichkeiten zu wandern, und die Küste ist wunderschön. Wobei sich die Algarve nicht auf die Küste beschränkt! Besonders im Hinterland fanden wir eine wundervolle, unberührte Natur vor, und hatten keine Probleme die schönsten Übernachtungsplätze zu finden, wo wir meist auch alleine waren.

Das Land ist sehr sauber, es liegt so gut wie kein Müll rum. Die Portugiesen sind sehr freundlich, ruhig und eher zurückhaltend, und auch Tinka hatte nie Probleme mit portugiesischen Hunden, die oft frei herumlaufen und teilweise eine respektable Größe haben.

Sightseeing ist nicht so unsers, uns zieht es eher in die Natur. Meist besuchten wir die Touristinformation und fragten nach lohnenden Wanderzielen in der Gegend. Gerade die Algarve hat ein gut ausgebautes und beschildertes Wandernetz, und es gibt oft kostenlose Karten und Beschreibungen zu den Wandertouren. Und wir haben uns vor Ort einen deutschsprachigen Wanderführer Algarve vor Ort gekauft, der wirklich gut ist.  Manchmal liefen wir auch einfach einem Schild oder Wegweiser nach und suchten uns, wenn möglich, einen anderen Rückweg mit der von uns genutzten Wander- App.  Manchmal  barg dies aber Überraschungen auf dem Weg wie zugewachsen Wanderwege oder diverse Flussüberquerungen. Daher haben wir nun immer Proviant, Reiseapotheke und ausreichend Bekleidung dabei – auch wenn´s nur zu einer größeren Gassi- Runde gehen soll.

Seit Tinka dabei ist, sind wir mehr zu Fuß und weniger mit den Rädern unterwegs. Das liegt daran, dass sie noch nicht entspannt im Radanhänger mitfahren kann und das mal mehr, mal weniger laut mit Fiepen und Jaulen verdeutlicht. Dagegen läuft sie sehr gern neben dem Rad her, aber das geht halt nicht immer und auch nicht auf längeren Touren. Trotzdem istTinka für uns der ideale Reisebegleithund, und wir können es uns nicht mehr vorstellen ohne sie unterwegs zu sein. Sie liebt Neues zu entdecken, wandern, den Strand, das gute Wetter… All das, was wir auch gerne haben!

Zum Teil 3 des Reiseberichts Spanien